29.06.2023 |
Der Kampf gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten kann für Kleingärtner:innen schon mal zur Nervenprobe werden. Mit Hilfe einer Vielzahl natürlicher Methoden können Sie Schädlinge im Garten wirkungsvoll bekämpfen – und Ihren Kleingarten ohne den Einsatz von Chemie gesund und blühend halten.
Blattläuse oder Mehltau, Spinnmilben oder Kohlweißling-Raupen: Schädlinge und Pflanzenkrankheiten können das Vergnügen im Garten oftmals trüben. Chemische Pestizide mögen dagegen zwar wirksam sein, die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit überwiegen aber. Zum Glück können wir auf zahlreiche umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen, um unsere Pflanzen effektiv zu schützen.
Dazu zählt zunächst der Einsatz von Pflanzenjauchen und -brühen. Jauchen sind flüssige Dünger, die aus Pflanzen hergestellt werden: Etwa Brennnesseln, Beinwell oder Ackerschachtelhalm. Was nach Hexenküche klingt, ist beim Bekämp-fen unerwünschter Gartengäste sehr effektiv: Denn viele Pflanzen enthalten natürliche Abwehrstoffe, die Schädlinge fernhalten. Die Herstellung ist unkompliziert: Die Pflanzen werden in Wasser eingelegt, fermentieren über den Zeitraum einiger Wochen und werden dann verdünnt auf die Pflanzen gesprüht. Ähnlich funktionieren Pflanzenextrakte wie Knoblauch- oder Zwiebelbrühen: Diese können Erkrankungen vorbeugen und bekämpfen.

Es gibt eine Vielzahl von Pflanzen, die – strategisch gesetzt – als natürliches Schutzschild gegen Schädlinge fungieren. Lavendel etwa treibt allein durch seinen Geruch Blattläuse und Ameisen in die Flucht, zieht aber nützliche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an. Auch der Geruch von Ringelblumen lässt Kartoffelkäfer, Blatt- und Schildläuse schnell aus ihrer Umgebung verschwinden. Wer Tagetes um’s Salatbeet pflanzt, lenkt Schnecken vom Blattgemüse ab: Sie funktioniert gut als Ablenkungsfutter. Dill schreckt Schädlinge mit seinen ätherischen Ölen ab. Die gut mit Tomaten kombinierbare Kapuzinerkresse hält – dank ihrer Senföle und ihrem scharfen Geruch – Pilze, Blattläuse, weiße Fliegen und sogar Wühlmäuse fern.
Marienkäfer, Florfliegen oder Schlupfwespen: Ein gesunder Kleingarten sollte diesen Nützlingen ein Zuhause bieten. Sie ernähren sich von Blattläusen, Spinnmilben und anderen schädlichen Insekten – und leisten damit einen wichtigen Beitrag, das natürliche Gleichgewicht im Garten aufrechtzuerhalten. Sie können die nützlichen Insekten gezielt im Fachhandel erstehen. Mit Nistmöglichkeiten, blühenden Pflanzen und den Verzicht auf Chemie schaffen sie Ihnen geeignete Lebensbedingungen, damit sie sich langfristig in ihrem Garten ansiedeln.
Hier können Sie nachlesen, wie Sie ein einfaches Marienkäferhotel für Ihren Garten bauen.
Damit Sie rechtzeitig Maßnahmen für einen gesunden Garten setzen können, sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Spazieren sie durch Ihre grüne Oase, sehen Sie sich Ihre Pflanzen genau an und achten Sie auf einen möglichen Schädlings- oder Krankheitsbefall. Probieren Sie aus, welche Methoden der natürlichen Schädlingsbekämpfung am besten zu Ihnen und zu Ihrem Garten passen – so steht einer gesunden Umgebung nichts im Weg.